Ausgangslage
Ein Health-Tech-Unternehmen mit 600 Mitarbeitenden übernahm einen Wettbewerber mit 400 Mitarbeitenden aus dem laufenden Insolvenzverfahren. Die Einbindung eines Insolvenzverwalters und einer Gläubigerversammlung erschwerte den Kaufprozess erheblich. Gleichzeitig erzeugten internationale Investoren erheblichen Zeit- und Liquiditätsdruck. Der Beirat entschied sich für den Einsatz eines Interim Integration Managers, der die divergierenden Stakeholder-Interessen koordinieren und den gesamten Übernahmeprozess steuern sollte.
Der Auftraggeber
Das Projekt wurde von unserem Partner im Auftrag eines Providers durchgeführt.
Zwei Health-Tech-Unternehmen mit zusammen rund 1.000 Mitarbeitenden: ein VC-finanziertes Start-up (400 MA, drei Jahre alt, digital-first) übernimmt einen Traditionsbetrieb (600 MA, über 30 Jahre gewachsen) aus dem Insolvenzverfahren.
Die Herausforderung
- Laufendes Insolvenzverfahren beim Zielunternehmen verlangsamte den Transaktionsprozess und schuf rechtliche wie operative Unsicherheiten.
- Internationale Investoren forderten zügige Umsetzung, während die Komplexität des Verfahrens einen kontrollierten Ansatz erzwang.
- Breites Stakeholder-Spektrum aus Investoren, Anwälten, M&A-Beratern und Insolvenzverwaltern erforderte strukturierte Koordination.
- Ausgeprägte Kulturunterschiede beider Organisationen gefährdeten die operative Integration der zusammengeführten Belegschaft.
Aufgabenstellung
Der Interim Integration Manager übernahm die Vorbereitung und operative Steuerung der Insolvenzübernahme sowie die anschließende Integration beider Unternehmen. Er koordinierte das gesamte Stakeholder-Netzwerk, begleitete die Umsetzung des Insolvenzplans und verantwortete über 300 Einzelaufgaben in 14 definierten Integrations-Streams innerhalb von 14 Wochen. Besondere Herausforderung: die erheblichen kulturellen Unterschiede beider Organisationen aktiv zu überbrücken und trotz Investorendruck einen kontrollierten Integrationsablauf sicherzustellen.
Vorgehensweise
- Strukturierte Koordination aller relevanten Stakeholder – internationale Investoren, Beirat, Insolvenzverwalter, Gläubigerversammlung und M&A-Berater – über klar definierte Kommunikationsformate.
- Aufbau einer Integrationsarchitektur mit 14 Streams und über 300 priorisierten Aufgaben, konsequent nach Zeitplan gesteuert und nachverfolgt.
- Einbindung von Führungskräften beider Organisationen als Brückenbauer, um Akzeptanz für Veränderungen zu erzeugen und kulturelle Spannungen abzubauen.
- Transparentes Kommunikationsprogramm für Mitarbeitende und Stakeholder über mehrere Kanäle zum Integrationsfortschritt.
- Gemeinsame Erarbeitung konkreter Synergiepotenziale und Etablierung gemeinsamer KPIs als Steuerungsgrundlage für den kombinierten Betrieb.
Ergebnis
- Rechtlicher und operativer Zusammenschluss beider Unternehmen innerhalb des geplanten 14-Wochen-Rahmens abgeschlossen.
- Koordinierte KPIs und gemeinsame Betriebsstandards etabliert, die weitere Skalierung und künftige Akquisitionen strukturell vorbereiten.
- Digitalisierungsprozesse beider Unternehmen beschleunigt angeglichen, operative Synergien mit profitablem Business Plan realisiert.
- Stabile Systemlandschaft und vereinheitlichte Standards als Grundlage für eine langfristig tragfähige Aufstellung des zusammengeführten Unternehmens übergeben.