Ausgangslage
Ein international tätiger Maschinen- und Anlagenbauer mit 20.000 Mitarbeitenden und 5 Mrd. € Jahresumsatz stand vor der Migration seines ERP-Systems von SAP R/3 auf SAP S/4HANA im Brownfield-Ansatz. Die bestehenden Prozesse der Auftragsabwicklung wiesen strukturelle Mängel auf: historisch gewachsene Abläufe aus der R/3-Ära mussten vor der Migration bereinigt werden. Für einen validen Blueprint des neuen Systems waren die Teilprozesse entlang der gesamten Supply Chain vorab zu definieren und zu harmonisieren. Der Zeitdruck war hoch, da die Prozessdefinition direkt in den laufenden Einführungsplan eingebettet war.
Der Auftraggeber
Das Projekt wurde von unserem Partner im Auftrag eines Providers durchgeführt.
Endkunde ist ein international führender Hersteller von Getränkeabfüllanlagen, Großkonzern mit 20.000 Mitarbeitern und einem Jahresumsatz von 5 Mrd. Euro.
Die Herausforderung
- Historisch gewachsene Abweichungen vom SAP-Standard in der Auftragsabwicklung verhinderten eine saubere Systemkonfiguration für S/4HANA.
- Fehlende einheitliche Übergabedaten und ungeklärte Verantwortlichkeiten an den Schnittstellen zwischen Kapazitätsmanagement, Produktionsplanung und Fertigung.
- Kein übergreifendes Prozessdesign — Abteilungen entlang der Supply Chain arbeiteten nach unterschiedlichen Logiken ohne abgestimmte Übergaben.
- Fehlende Prozesskennzahlen machten eine operative Selbststeuerung der Belegschaft im Tagesgeschäft unmöglich.
Aufgabenstellung
Der Interim Manager sollte alle Teilprozesse der Auftragsabwicklung — von der Kundenanfrage über Planung, Beschaffung und Fertigung bis zum Versand — vollständig dokumentieren und mit ihren Schnittstellen und Übergabedaten versehen. Die bereinigten Prozesse waren mit SAP-Standardprozessen abzugleichen und für unternehmensspezifische Anforderungen im Hinblick auf das spätere Customizing vorzubereiten. Alle Ergebnisse mussten termingerecht in den laufenden Blueprint-Prozess einfließen.
Vorgehensweise
- Strukturierte Prozess- und Materialflussanalyse durchgeführt zur Identifikation aller kritischen Schwachstellen in der Auftragsabwicklung.
- Schnittstellen zwischen Kapazitätsmanagement, Produktionsplanung und Fertigung detailliert analysiert; alle Übergabepunkte und Datenflüsse dokumentiert.
- Prozessdoppelungen und nicht standardkonforme Abläufe eliminiert und in dokumentierte Standardprozesse mit klaren Vor- und Nachfolgern überführt.
- Bereinigte Prozesse mit SAP-Standardprozessen abgeglichen; alle unternehmensspezifischen Anforderungen als Grundlage für das spätere Customizing gekennzeichnet.
- KPI-System zur operativen Steuerung der Abläufe im Tagesgeschäft und zur Messung der Prozessqualität nach Go-live aufgebaut.
Ergebnis
- Alle relevanten Teilprozesse der Auftragsabwicklung vollständig dokumentiert, mit Schnittstellen versehen und termingerecht für den S/4HANA-Blueprint bereitgestellt.
- Prozesslandschaft von historisch gewachsenen Redundanzen bereinigt und auf einheitlichen Standard überführt, der als Basis für das Systemcustomizing diente.
- KPI-System zur Prozesskontrolle implementiert, das der Belegschaft eigenständige Steuerung im operativen Betrieb ermöglicht.
- SAP S/4HANA-Implementierung auf Basis der vorab definierten Prozesse planmäßig im vorgesehenen Projektzeitraum abgeschlossen.