Ausgangslage
Ein börsennotiertes Pharmaunternehmen mit über 100 Mio. Euro Jahresumsatz und mehr als 70 Mitarbeitenden in NRW geriet durch unerwartete Preisanpassungen im deutschen Pharmamarkt unter erheblichen Margendruck. Das Unternehmen ist auf Spezialpräparate im Bereich seltener Erkrankungen fokussiert und verfügte neben einem Blockbuster-Produkt über eine heterogene Produktpalette mit eigenem Vertrieb. Vertriebs- und Verwaltungsstrukturen waren für die veränderte Marktlage überdimensioniert, der strategische Fokus der Organisation diffus. Das japanische Headquarter forderte vor der anstehenden Budgetrunde eine klare Rückkehr zur Profitabilität.
Der Auftraggeber
Das Projekt wurde von unserem Partner im Auftrag eines Providers durchgeführt.
Börsennotiertes Pharmaunternehmen mit japanischem Headquarter, mehr als 100 Mio. Euro Jahresumsatz und über 70 Mitarbeitenden in NRW; spezialisiert auf Spezialpräparate im Bereich seltener Erkrankungen.
Die Herausforderung
- Stark gesunkene Profitabilität infolge regulatorischer Preisanpassungen im deutschen Pharmamarkt; Profit-Ziele gegenüber dem japanischen Headquarter verfehlt.
- Vertriebs- und Verwaltungsstruktur am früheren Umsatzniveau ausgerichtet und erzeugte dauerhaft eine überhöhte Kostenbasis.
- Fehlende organisatorische Trennung zwischen strategischem Kerngeschäft und Randsortiment band Ressourcen und erschwerte die Steuerbarkeit.
- Erheblicher Zeitdruck durch bevorstehende Budgetrunde des japanischen Mutterkonzerns, der verbindliche Maßnahmen und konkrete Ergebnisse einforderte.
Aufgabenstellung
Der Interim Manager wurde beauftragt, die Business Unit "sonstige Medikamente" strukturiert aus dem Unternehmen herauszulösen und in ein Joint Venture unter Führung eines externen Pharmapartners einzubringen. Parallel sollte die verbleibende Vertriebs- und Verwaltungsstruktur auf das reduzierte Kerngeschäft zugeschnitten und das Kostenniveau vor der Budgetrunde des Mutterkonzerns auf die definierten Zielwerte gebracht werden.
Vorgehensweise
- Carve-out der Business Unit "sonstige Medikamente" (18 Mitarbeitende, 15 Mio. Euro Umsatz) vollständig geplant, verhandelt und in ein Joint Venture mit einem externen Pharmapartner überführt.
- Abschluss von Service Level Agreements für Accounting und Controlling zur Sicherstellung der laufenden Geschäftstätigkeit des Joint Ventures nach dem Carve-out.
- Abstimmung und Umsetzung eines Restrukturierungsplans mit 15 Stellenkürzungen in enger Zusammenarbeit mit Geschäftsführung, HR und Betriebsrat; Verhandlungszeitraum drei Monate.
- Abgestimmter Kommunikations- und Aktionsplan für beide Maßnahmenstränge – Carve-out und Personalabbau – gegenüber allen betroffenen Gruppen entwickelt und umgesetzt.
- Konsistente Übergabe aller Plan- und Reportingdaten an das Joint Venture sowie Sicherstellung eines geordneten Übergangs der operativen Verantwortung.
Ergebnis
- Carve-out einschließlich vollständiger Übergabe aller Plan- und Reportingdaten innerhalb von vier Monaten abgeschlossen.
- Vereinbarte Shared Services gemäß SLAs in den ersten drei Monaten nach Carve-out ohne Unterbrechungen erbracht.
- Stellenabbau um 15 Positionen im Rahmen der verhandelten Betriebsvereinbarungen innerhalb von drei Monaten umgesetzt.
- Definierte Kosten- und Profitabilitätsziele für den verbleibenden Kernbereich rechtzeitig vor Abschluss der Budgetrunde des japanischen Mutterkonzerns erreicht.