Ausgangslage
Zwei miteinander verbundene Klinik-GmbHs – eine Belegklinik und ein MVZ – mit insgesamt 55 Mitarbeitenden und 5 Mio. EUR Jahresumsatz befanden sich in einer akuten Liquiditätskrise. Die Geschäftsführer wurden kurzfristig freigestellt, nachdem über drei Monate weder Gehälter noch Sozialabgaben entrichtet worden waren. Zum Zeitpunkt des Einsatzes hatte sich ein erheblicher Rückstand an Mahnungen, Vollstreckungsverfahren und mehr als 20 laufenden Gerichtsverfahren mit Vermieter, Mitarbeitenden und zentralen Lieferanten aufgetürmt. Die Insolvenz drohte unmittelbar, was zugleich den Verlust der Krankenhauslizenz bedeutet hätte.
Der Auftraggeber
Das Projekt wurde von unserem Partner im Auftrag eines Providers durchgeführt.
Zwei miteinander verbundene Klinik-GmbHs (Belegklinik und MVZ) mit 55 Mitarbeitenden und 5 Mio. EUR Jahresumsatz, zum Zeitpunkt der Übernahme durch einen Private-Equity-Investor de facto insolvenzreif.
Die Herausforderung
- Über drei Monate aufgelaufene Gehalts- und Sozialabgabenrückstände gefährdeten Mitarbeiterbestand und Betriebskontinuität.
- Mehr als 20 parallele Gerichtsverfahren mit Gläubigern, Vermieter und Mitarbeitenden blockierten Ressourcen und erzeugten erheblichen Handlungsdruck.
- Drohende Insolvenzabweisung hätte den sofortigen Entzug der Krankenhauslizenz und die Schließung beider Einrichtungen bedeutet.
- Keine funktionierenden Liquiditätsplanungs- oder Steuerungsstrukturen vorhanden, die eine geordnete Sanierung hätten stützen können.
Aufgabenstellung
Der Interim Manager übernahm als Generalbevollmächtigter den Auftrag, die Insolvenz abzuwenden und den laufenden Klinik- sowie MVZ-Betrieb einschließlich des OP-Betriebs aufrechtzuerhalten. Parallel sollte eine strukturelle Neuaufstellung beider Gesellschaften eingeleitet werden. Dazu zählten die Stabilisierung der Liquidität, die Beilegung laufender Rechtsstreitigkeiten und die personelle Neuausrichtung für einen dauerhaft tragfähigen Betrieb.
Vorgehensweise
- Stabilisierung des laufenden Klinik- und MVZ-Betriebs durch gezielte Sicherung des Mitarbeiterbestands und Priorisierung betriebskritischer Zahlungen.
- Aufbau eines strukturierten Liquiditätsmanagements zur unmittelbaren Zahlungsfähigkeit und mittelfristigen Finanzplanung.
- Verhandlung und Abschluss von Vergleichen mit Gläubigern sowie Betreuung und Abschluss aller laufenden Rechtsstreitigkeiten.
- Organisatorische Neuaufstellung durch Aufhebungsvereinbarungen, Führung von Arbeitsgerichtsprozessen sowie Gewinnung neuer Mitarbeitender und Belegärzte.
- Erarbeitung eines Zweijahres-Businessplans als operative und finanzielle Grundlage für die Weiterentwicklung beider Gesellschaften.
Ergebnis
- Insolvenz abgewendet und Krankenhauslizenz gesichert: alle Rückstände gegenüber Sozialversicherungsträgern und Finanzamt innerhalb von 5 Monaten vollständig geklärt.
- 58 Gläubigervergleiche über eine Gesamtforderungssumme von 1,6 Mio. EUR abgeschlossen, durchschnittliche Forderungsreduzierung 42 %.
- Organisatorische Neuaufstellung nach 14 Aufhebungsvereinbarungen und 7 Arbeitsgerichtsprozessen, offene Stellen mit neuen Mitarbeitenden und Belegärzten besetzt.
- Belastbarer Zweijahres-Businessplan als strategische Grundlage für den stabilen Weiterbetrieb beider Gesellschaften übergeben.