Ausgangslage
Ein mittelständischer Automobilzulieferer mit rund 200 Mitarbeitern und 40 Mio. Euro Jahresumsatz sah sich einem unkontrollierten KI-Einsatz im Unternehmen gegenüber. Verschiedene Abteilungen nutzten KI-Applikationen bereits eigenständig und ohne einheitliche Rahmenbedingungen. Das Management erkannte das Potenzial generativer KI für die betriebliche Effizienz, wollte dieses jedoch strukturiert und regelkonform erschließen. Gleichzeitig erforderten der EU AI Act und die BSI-Empfehlungen eine geregelte, dokumentierte Vorgehensweise für den Einsatz und die Freigabe von KI-Systemen.
Der Auftraggeber
Mittelständischer Automobilzulieferer mit rund 200 Mitarbeitenden und ca. 40 Mio. Euro Jahresumsatz; eine Gesellschaft mit weltweiter Ausrichtung und Schwerpunkt im Automobilzulieferbereich.
Die Herausforderung
- Parallele, unkontrollierte Nutzung verschiedener KI-Tools durch Mitarbeitende ohne zentrale Steuerung und ohne einheitliche Sicherheits- oder Freigabeprozesse.
- Fehlende technische Schutzmaßnahmen beim Umgang mit vertraulichen und unternehmenskritischen Daten in externen KI-Systemen.
- Unklare Verantwortlichkeiten und kein unternehmensweites Regelwerk für den Einsatz generativer KI-Anwendungen.
- Regulatorische Anforderungen aus dem EU AI Act sowie Empfehlungen des BSI nicht umgesetzt; Compliance-Rückstand drohte.
Aufgabenstellung
Der Interim Manager wurde mit einer strukturierten Umsetzungsberatung für den unternehmensweiten Einsatz generativer KI beauftragt. Die Anforderungen des EU AI Acts sowie die BSI-Empfehlungen waren dabei verbindlich zu integrieren. Ziel war die Einführung einer sicheren, kontrollierten KI-Umgebung, die sowohl regulatorischen Vorgaben entspricht als auch dem praktischen Bedarf der Mitarbeitenden gerecht wird.
Vorgehensweise
- Etablierung eines interdisziplinären Gremiums aus Fach- und IT-Vertretern zur systematischen Bewertung und Freigabe von KI-Applikationen.
- Strukturierte Marktsichtung verfügbarer KI-Toolkits anhand definierter Sicherheits- und Compliance-Kriterien sowie Bewertung nach den fachlichen Anforderungen der Abteilungen.
- Einrichtung einer abgesicherten KI-Umgebung mit technischen Kontrollen, die das Hochladen sensibler Daten in externe Systeme unterbinden.
- Aufbau geschützter, interner Kommunikationskanäle innerhalb der genehmigten KI-Infrastruktur für den sicheren Einsatz durch die Fachabteilungen.
- Gezielte Prompt-Schulungen für Anwender zur datenschutzkonformen und effizienten Interaktion mit KI-Systemen.
Ergebnis
- Unternehmensweite KI-Nutzungsumgebung eingeführt, die den Anforderungen des EU AI Acts und den BSI-Empfehlungen entspricht.
- Unkontrollierter Einsatz nicht freigegebener KI-Systeme durch technische und organisatorische Maßnahmen unterbunden.
- Gesteigertes Bewusstsein der Mitarbeitenden für den sicheren Umgang mit vertraulichen Daten im KI-Kontext, nachweisbar durch Schulungsauswertungen.
- Governance-Struktur eingerichtet, die dem Unternehmen künftig eine eigenständige, strukturierte Bewertung und Freigabe neuer KI-Tools ermöglicht.